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Schienentherapie

Knirscher-Schiene, Schnarcher-Schiene

Das Kausystem des Menschen ist ein sogenanntes Stressorgan. Die Zähne leiten durch langes und starkes Aufeinanderpressen oder gegenseitiges Rieben körperlichen und emotionalen Stress ab. Das geschieht meistens in der Nacht. Folgen dieses nächtlichen Zähneknirschens, das auch als Bruxismus bezeichnet wird, sind zum Beispiel:

  • abgeriebene Kauflächen der Seitenzähne
  • abgeriebene Schneidekanten der Front- und Eckzähne
  • verhärtete, manchmal auch vergrößerte Kaumuskulatur
  • ggf. Füllungsbrüche oder Absprengungen an Keramikkronen
  • abgeknirschter Schmelz 
  • Risse in der Zahnhartsubstanz
  • Spannungskopfschmerz

Mit Hilfe von individuell eingeschliffenen oder aufgebauten Kunststoffschienen verkleinert man die Kontakte zwischen Unter- und Oberkieferzähnen. Damit verringert man auch die Dauer der Muskelkontraktionen, das Kausystem entspannt sich und die Abnutzung der Zähne durch zerstörerische Press- oder Mahlbewegungen wird vermieden.

Aufbiss-Schiene

Mit einer Aufbissschiene wird das oftmals zahnzerstörende Aufbeißen der Unterkieferzähne auf die Gegenspieler (Antagonisten) im Oberkiefer behandelt. Man verbessert damit das Zusammenspiel der Unterkieferzähne mit den Zähnen des Oberkiefers und gleichzeitig auch die Stellung der Kiefergelenksköpfchen.

Um die Aufbissschiene individuell herstellen zu können, werden Abformungen des Ober- und Unterkieferzahnbogens benötigt. Daraus werden Modelle gewonnen und schädelgerecht in einen Artikulator übertragen. In entspannter Kopf- und Körperhaltung wird dazu ein spezieller Biss (Registrat) im Patientenmund erstellt. Danach werden die Modelle im Artikulator zueinander eingegipst. Der Artikulator simuliert die Kiefergelenksbewegung. Anhand der Simulationsergebnisse kann dann die entsprechende Schiene oder auch Zahnersatz, Teil- und Totalprothesen angefertigt werden.

Abwandlungen (Modifikationen) der Aufbiss-Schiene:

  • Relaxierungsschiene: entspannt die krankhaft veränderte Kaumuskulatur
  • Okklusionsschiene: optimiert das funktionelle Zusammenspiel zwischen Unter- und Oberkieferzähnen
  • Distraktionsschiene: verhindert Stauchungen (Kompressionen) in den Kiefergelenken, die beispielsweise durch Abnutzung oder Abreibung im Seitenzahnbereich entstehen
  • Repositionierungsschiene: positioniert Kiefergelenkköpfchen zurück in die natürliche Stellung, so dass alle Bewegungen wieder optimal ablaufen.

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